← GuidesQuelle · Stadt Zürich
Brunnenguide Kreise 6 und 10
Ausgewählte Brunnen aus dem offiziellen Brunnenguide der Stadt Zürich, Oberstrass, Unterstrass, Höngg und Wipkingen.
1
Badebrunnen
Ampèrestrasse hinter 4
Der Badebrunnen aus Beton beim ehemaligen Robinsonspielplatz Wipkingen wurde 1955 erstellt und 1986 wurde die Zuleitung erneuert. Bei Badewetter steht der Brunnen zur Verfügung. Aus hygienischen Gründen werden die Becken zwischendurch geleert. Im Jahre 1954 wurde in der Stadt der erste Robinsonspielplatz eröffnet. Die Kinder konnten aus Holzbrettern Hütten bauen, Löcher graben und Feuer machen. Zugleich war dies die Gründungsstunde der Zürcher Gemeinschaftszentren: Heute steht am gleichen Ort das GZ Wipkingen.
Text aus: Stadt Zürich
2
Rationierungsbrunnen
Trottenstrasse 8
Der Brunnen aus Kunststein stammt aus dem Jahre 1919. Die Anlage wurde beim Bau der Wohnkolonie Wipkingen (Schindelhäuser) nach Plänen des städtischen Hochbauamtes erstellt. Der Brunnen erinnert an die Wohnungsnot, die Teuerung und die Rationierungsmassnahmen während des Ersten Weltkrieges. Die Anlage erstellt, inkl. Aushauen der Schriften, hat das Steinhauergeschäft Gebrüder Schenker in Zürich 3. Das Modell hierzu hat Bildhauer Hans Gisler (1889 –1969) gefertigt. In Zusammenarbeit mit dem Büro für Denkmalpflege wurden im Winter 1984/1985 vier Zürcher Bildhauer von der Wasserversorgung beauftragt, für rund 500 öffentliche Brunnen ein Zustandsprotokoll zu erstellen. Danach konnte 1986 der Bildhauer Josef von Wyl die Anlage sanieren. Bis 2010 führte der Brunnen Trinkwasser, heute fliess Quellwasser aus dem Sprudel.
Text aus: Stadt Zürich
3
Wipkingerbrunnen
Hönggerstrasse/Röschibachstrasse
Den ursprünglichen Wandbrunnen liess 1883 die Wasserversorgungsgesellschaft Wipkingen aus Kalkstein (Zementstein) im Stile des Historismus errichten. Dies anlässlich des Ausbaus der Hönggerstrasse (ehemals Landstrasse), angelehnt an bzw. eingebaut in den damaligen Neubau. Möglicherweise wurde der Kunststein damals sogar vor Ort gegossen. Interessantes Detail: Vorne am Stud auf dem Spiegel unterhalb der Röhre waren reliefartig zwei nach innen gerichtete, barockartige Delphine abgebildet, in gleicher Höhe je einer seitlich auf dem Stud. Beim Abbruch des Gebäudes wurde der teilweise eingebaute Brunnen stark beschädigt. Daher wurde 1985 von Bildhauer Josef von Wyl eine Rekonstruktion aus rötlichem Jurakalkstein (Liesberger), in Zusammenarbeit mit dem Büro für Denkmalpflege, weitgehend formgetreu erstellt – Aussenflächen gestockt, Profile gemeisselt, Innenflächen geschliffen. Den Kesselträger erstellte die Kunstschmiede O. Hedinger in Bonstetten. 2013 wurde die Anlage durch den Bildhauer und Brunnenmaurer der Wasserversorgung, Christopher Hernandez, vollumfänglich restauriert.
Text aus: Stadt Zürich
4
Wasserbecken
Imfeldstrasse/Rousseaustrasse
Die Brunnenanlage mit dem Wasserbecken aus armiertem Beton in der Grünanlage wurde 1929/1930 gebaut. Die Beckeneinfassung und der Figurensockel bestehen aus Granit. Die halbkniende Bronzefigur nannte ihr Schöpfer, der Bildhauer und Plastiker Hermann Hubacher (1885– 1976) ehrfurchtsvoll «Die Quelle». Von Hermann Hubacher sind in Zürich viele Plastiken zu finden, wie der «Ganymed mit Adler» auf der Bürkliterrasse oder «Die Sitzende» im Zürichhorn. Hubacher absolvierte eine Graveur-, Medaillen- und Goldschmiedausbildung. Später wurde er Bildhauer; er wer zeitweilig auch Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission. 1945 erhielt er den Ehrendoktor der Universität Zürich.
Text aus: Stadt Zürich
5
Ypsilon
Schaffhauserplatz
Die Brunnenanlage wurde im Jahre 2002 im Zusammenhang mit der Platzumgestaltung erstellt. Dafür wurde ein Wettbewerb mit Präqualifikation durchgeführt. Solch aufwändige Verfahren waren in Zürich zuvor erst dreimal durchgeführt worden: 1973 für den Notwasserbrunnen, 1986 für den Brunnen Frankental und 1989 für die gesprengte Jupiter-Brunnenfigur am Neumarkt. Das Burgdorfer Künstlerpaar L/B, Sabina Lang und Daniel Baumann, nannten seinen Gestaltungsvorschlag für die Wasserskulptur schlicht nur: «Der Brunnen». Mit Ihrem Werk wollten die Beiden den Eindruck erwecken, der Brunnen bestehe ganz und gar aus Wasser. Weiter war beabsichtigt, dass das Plätschern den Motorenlärm und das Quietschen der Bremsen absorbiert.
Text aus: Stadt Zürich
6
Purtscherts «Wasserköniginnen»
Rötel-/Schaffhauserstrasse 21
1983 wurde der Brunnen mit drei Frauenfiguren von den Künstlern und Bildhauern Franz und Elide Purtschert-Beccari aus Zürich entworfen. Den Bronzeguss erstellte Franco Amici von der Giesserei Perseo S.A. in Mendrisio. Die Künstlerin und Malerin gab dem Brunnen den Namen «Wasserköniginnen». Dies in Gedenken an ihren Mann, der während der Zeit der Brunnengestaltung auf der Strasse tödlich verunfallt war. Denn - sie wusste bei der Einweihung zu berichten, dass sich dies ihr Mann so gewünscht hätte.
Text aus: Stadt Zürich
7
Reliefbrunnen
Stampfenbachstr. nach 148/Beckenhofstrasse
1927 verfügte der Vorstand des Bauwesens den Abbruch eines alten, nahegelegenen Brunnens und den Neubau der neuen Anlage am jetzigen Standort. 1930 erstellte Bildhauer Magg den runden Granittrog mit plastischem Schmuck (Relief) und Trinksprudel sowie Hundetrog. 1987 verlangten besorgte Eltern die Abstellung des Brunnens, da Drogenabhängige ihre Spritzen im Brunnen auswuschen. Die Problemlösung erfolgte jedoch andersweitig. Eine Kanal-TV-Untersuchung ergab 1989, dass die Steinzeugmuffen abgebrochen und die Rohre völlig von Baumwurzeln durchzogen waren. 1990 wurden die Rohre saniert und der Brunnen vom Trinkwasser- ans Quellwassernetz angeschlossen.
Text aus: Stadt Zürich
8
Pilgerbrunnen
Stampfenbachstrasse nach 78
In früheren Jahrhunderten standen an den grossen Einfallstrassen von Zürich sogenannte Pilgerbrunnen, an denen sich nach Einsiedeln wallfahrende Pilger laben konnten. Auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Unterstrass befanden sich drei Pilger- oder Gnadenbrunnen: der eine an der Schaffhauserstrasse in der Nähe der Krone, der andere an der ehemaligen Schwabenstrasse, die entlang der heutigen Langmauerstrasse in Richtung Süddeutschland führte, und ein weiterer unterhalb des Beckenhofs, bis heute erhaltene am Standort eines Pilgerbrunnens. Die genaue heutige Brunnenlage beruht auf der Anregung von alt Sekundarlehrer Schaufelberger. In seiner Chronik erwähnte Conrad Escher, dass ganz in der Nähe des heutigen Pilgerbrunnens ein russischer Oberst in der zweiten Schlacht bei Zürich (1799) gefallen sei. Nach der Behauptung damaliger Zeitzeugen soll der Geist des Obersten beim Brunnen spuken. Wie die früheren Pilgerbrunnen ausgesehen haben, ist unbekannt. Bildhauer Walter Gygi stellte in seinem Werk aus OggionoHartsandstein von 1933 einen Pilger in der mönchischen Pilgertracht des Mittelalters dar – zur Erinnerung an die mittelalterlichen Pilgerfahrten. Den Trog aus demselben Material lieferte A. Pedretti aus Zürich. 1983 erstellte Bildhauer Josef von Wyl unter finanzieller Beteiligung des Büros für Denkmalpflege eine Kopie der Figur und setzte diese ein. Bildhauermeister Horst Bohnet erledigte im Jahre 1999 kleine Flickarbeiten am Brunnen und Steinbildhauer Gregor Frehner aus Winterthur reinigte und reparierte die Pilgerfigur im Jahre 2008.
Text aus: Stadt Zürich
9
Seelöwenbrunnen
Stampfenbachplatz
Projektverfasser und Bildhauer für den 1938 erstellten Brunnen war Ernst Dallmann aus Zürich 7; errichtet wurde die Anlage durch Baumeister Karl Bänninger aus Zürich 8. Den Bronzeguss führte die Kunstgiesserei Rich. Jäckle aus Zürich 11 durch. Den runden Trog mit 5 Metern Durchmesser aus Muschelkalkstein lieferte die Firma Th. Hofstetter, Marmor und Granit, aus Zürich 4. Die beiden Seelöwen auf dem Postament erhalten die Wasserzirkulation über einen Ejektor.
Text aus: Stadt Zürich
10
Schneider-Brunnen
Leonhardstrasse/Weinbergfussweg
Der Trog des Trinkbrunnens wurde 1936 aus Castione-Granit durch Sassella & Co. (Zürich/Biasca) erstellt – anstelle eines alten, bereits bestehenden Brunnens. Projektverfasser waren das Hochbauamt und Bildhauer Dr. O. Schilt. Die ursprüngliche bei diesem Brunnen aufgestellte Bronzeplastik «Mädchen mit Gans» von Schilt wurde auf Geheiss des Stadtrates wieder beseitigt, weil sie von der katholischen Kirchenpflege der Liebfrauenkirche beanstandet worden war. Die Plastik (nacktes Mädchen) wurde dann vorläufig ganz unauffällig gegenüber dem Globus ins Gras zwischen die Büsche gestellt. Laut Vergabebeschluss könnte es sich bei der das Mädchen angreifenden Gans auch um einen Schwan gehandelt haben. Im Jahre 1943 ist dann die neue Bronzenplastik «Knabe» von Bildhauer Heinrich Martens, Zürich 6, aufgestellt worden. 2006 wurde eine neue Brunnenableitung erstellt. Zum Brunnennamen: Die sechs Brunnenguides der Wasserversorgung wurden zwischen 2009 und 2014 erstellt. In dieser Zeit meldete sich Herr John Schneider: Er wies darauf hin, dass er wohl die einzige noch lebende Person sein dürfte, die in Zürich ihr «eigenes Denkmal» habe, da er dem Bildhauer Martens eigens Modell für die Knabenplastik gestanden sei. Weshalb hin die Anlage aufgrund der Abklärungen nun Schneider-Brunnen heissen soll.
Text aus: Stadt Zürich
11
Einfacher Trinkbrunnen
Clausiusstrasse/Clausiussteig
Der Trinkbrunnen Modell Kuhn I mit Hundetrog besteht aus GerschnerMarmor. Erstellt wurde er 1904. Er führte bis ins Jahr 1929 Quellwasser und wurde danach ans Trinkwassernetz angeschlossen.
Text aus: Stadt Zürich
12
Gussbrunnen
Schmelzbergstrasse 25
Der Gussbrunnen stand ehemals bei der Villa Wesendonck (1855-1857 erbaut); heute Museum Rietberg, in der Enge. Damals erhielt der Brunnen sein Wasser aus einer Privatquelle (Müsli). Schliesslich stand der Brunnen 1978 ohne Wasser und angerostet beim Wesendonck’schen Kindergrabmal (vermutlich von Zeugheer oder von Semper entworfen). Zwischendurch wurde der Brunnen ebenfalls ohne Wasser beim Zentralfriedhof aufgestellt. Der Gussbrunnen wurde 1984 an den heu - tigen Standort versetzt. Dies auf Anregung von Dr. Jürg Wille. Restaurierung und Aufstellung begleitete das Büro für Denkmalpflege. Die Kunstschmiede Grob Metallbau AG aus Zürich übernahm die Restauration. Und die Metallgiesserei A. Ehrensberger in Turgi-Vogelsang lieferte eine neue Brunnenröhre.
Text aus: Stadt Zürich
13
Brunnen am Rigiblick
Germaniastrasse 103
Die monumentale Brunnenanlage besteht aus einem halbrunden Trog, zwei seitlichen Flügelmauern mit Bänken und einer Rückwand mit Relief. Das Motto der Anlage lautet: «An der Quelle». Diese Gestaltung ging als Sieger eines Brunnenwettbewerbes hervor, welchen die Wasserversorgung initiiert hatte. Neben der gewählten Ausführung beteiligten sich noch die Bildhauer Gust. Siber aus Goldach und H. Baldin sowie Franz Wanger aus Zürich an der Ausschreibung. Hierfür mussten eine Zeichnung sowie ein Gipsmodell im Massstab 1:5 eingereicht werden. Für diese Arbeit erhielten die Teilnehmer je CHF 75. Beurteilt wurden die Vorschläge von der damals noch bestehenden städtischen Brunnenkommission.Das Erstellungsjahr der Brunnenanlage ist 1915. Projektverfasser war Architekt Streiff; Bildhauer war Hans Markwalder. Der Trog und die Anlageteile bestehen aus Kunststein (Mägenwiler-Imitation) und wurden 3. von der Kunststeinfabrik Alfred Sauter Söhne in Zürich geliefert. Das Relief besteht aus gelbem Mägenwiler Naturstein. Die Steinlieferung erfolgte durch die Gebrüder Fischer in Dottikon. Den Brunnenschachtbau und den Aufbau des Brunnens führte die Wasserversorgung in eigener Regie aus. Der Frauenverein leistete einen Beitrag, um ein Brunnenpostament abzuändern.
Text aus: Stadt Zürich
14
Monumentalbrunnen Spielwiese Oberstrass
Riedtlistrasse vav. 85
In der Spielplatzanlage auf dem Gebiet des ehemaligen Friedhofs Oberstrass erstellten 1929 die Bildhauer Julius Schwyzer – der während der Ausführung verstarb – und Louis Wethli die halbkreisförmige Brunnenwand, die mit einer weiblichen Figur gekrönt ist. Diese und der Trog bestehen aus Würenloser Stein. Die Steinhauerarbeiten stammten von E. Schmidlin aus Würenlos, und Baumeister F. JennyHobi war für die Maurerarbeiten verantwortlich. Zu beiden Seiten des Beckens ist je ein Trinksprudel angeordnet und in der Mitte der Rückwand war einst ein Wasserspeier angebracht. Die Granitarbeiten wie Stellriemen und Unterlageplatten sind in Iragna-Granit gehalten (AG Tessinische Granitbrüche in Zürich 2).
Text aus: Stadt Zürich
15
Bambibrunnen
Winterthurstrasse/Langmauerstrasse
Brunnenfiguren mit Tiermotiven sind insbesondere für Schulhausanlagen beliebt und erlebten mit der Epoche des Gusseisens einen Höhepunkt. Die Produkte der Kunstindustrie können auch andernorts angetroffen werden. So gibt es noch weitere sehr hochwertig gearbeitete Tiergestalten auf Schmuckbrunnen. Der sechseckige Trog aus Segheria-Granit sowie die Bronzefigur sind ein Geschenk der Baugenossenschaft Oberstrass. 1931 schuf der Bildhauer Arnold Huggler die Plastik (Rehmutter mit Junge). Diese wurde 1937 für sechs Monate von Huggler entfernt, um an der Internationalen Ausstellung in Paris gezeigt zu werden. 1950 wurde folgende Inschrift angebracht: «Dem Autor des Bambi, Felix Salten». Der 1869 in Budapest geborene österreichisch-ungarische Schriftsteller hiess eigentlich Siegmund Salzmann und kam 1939 als Emigrant nach Zürich, wo er seine Bambi-Geschichte vollendete und 1945 starb.
Text aus: Stadt Zürich
16
Brunnen «Im Birkenhof»
Schaffhauserstrasse hinter 107
Die Projektierung der Brunnenanlage erfolgte durch Architekt A. Fröhlich von und mit den Architekten Kündig & Oetiker. 1928 führte O. Kappeler die Bildhauerarbeiten an den zwei Frauenplastiken in Manier von Mägenwiler Muschelkalkstein aus. Der Trog besteht ebenfalls aus Kunststein (Muschelkalkstein-Imitation) sowie aus einer Innenbeschichtung aus Zementverputz. Die Treppenanlage besteht wiederum aus Tessiner Granit. Gleich zu Beginn der Laufzeit wurden die Sprudel durch widerstandsfähigere Modelle ausgetauscht. Der Sprudel in der Mitte wird über den Winter abgestellt. Die Abdeckplatten des Troges wurden 1959 repariert. Der Trog und die Figuren wurden 1995 saniert. Man öffnete Risse und verschloss sie mit Steinimitation, von Luftschadstoffen zerfressene Stellen wurden aufmodelliert und bruchgefährdete Partien mit rostfreien Gewindestangen armiert.
Text aus: Stadt Zürich
17
Seepferdchenbrunnen
Hofwiesenstr. nach 50, Im Hofgarten
Bildhauer Eduard Bick erstellte 1930/ 1931 das runde Becken aus Segheria-Granit mit zwei Sprudeln und den Bronzeaufbau bestehend aus zwei übereinander angeordneten Schalen, die von vier Seepferdchen getragen werden. Die Wasserzirkulation der Schalen erfolgt über einen Ejektor. Der Hundetrog hat eine eigene Frischwasserzuleitung. Über den Winter werden die Schalenausläufe sowie der Hundetrog des Monumentalbrunnens entleert. Das Wappenrelief wurde 1977 erneuert.
Text aus: Stadt Zürich
18
Holzbrunnen Käferberg
Hasenrain/Dachsschleife
Der 1952 erstellte Holztrog und Stud beim Waldweiher wurde 1988 sowie 2011 ein weiteres Mal ersetzt. Der Brunnenstandort hat etwas Mystisches: Tatsache ist, dass vom grossen Sumpfgebiet auf dem Käferberg nur der Waldweiher übriggeblieben ist. Die Menhire – auch Hinkelsteine genannt – wurden nicht von frühgeschichtlichen Menschen aufgerichtet. Der Steinkreis ist auch nicht keltischen Ursprungs und diente wohl kaum, wie schon vermutet wurde, kalendarischen Beobachtungen. 1953 beim Bau des nahegelegenen Reservoirs kamen die Steine zum Vorschein. Es liess sich nicht eindeutig klären, ob es sich beim Fund um eine natürliche Konzentration von Sandsteinen handelt oder ob sie von Menschenhand zusammengetragen worden sind. Sicher ist, dass die heutige Anordnung archäologisch unbedeutend ist. Sie entsprang der Fantasie des Stadtforstamtes. Nichtsdestotrotz bleibt die Vorstellung faszinierend, dass auf dem Käferberg eine Megalithkultur die grosse Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin verehrte oder hier gar Druiden die Zukunft vorhersahen.
Text aus: Stadt Zürich
19
Trinkbrunnen
Im Rehsprung / Waidbadstrasse
Der Trinkbrunnen, ein bestehendes Engemer Modell, wurde im Jahre 1926 aufgestellt. Der Trog ist aus Granit. Er ersetzte einen bereits bestehenden Brunnen und wurde anlässlich der Erstellung der Wasserversorgung Waidberg errichtet. Ein damaliger zweiter nahegelegener Grottenbrunnen (oberhalb der Parkplatzzufahrt zum Restaurant) gehörte zur Wirtschaft und erhielt sein Wasser aus einer Quelle.
Text aus: Stadt Zürich
20
Schmuckbrunnen
Waidbadstrasse bei 45
Ein Familiengartenbesitzer wendete sich 1981 an den Briefkasten des Stadthauses (Stadtkanzlei) und ersuchte um einen Brunnen, der auch im Winter läuft. Nach eingehenden Abklärungen konnte ein Bedürfnis für den jetzigen Brunnenstandort erkannt werden. 1984 wurde der Trinkwasserbrunnen errichtet. Bildhauer Werner Weber bearbeitete den roten Ackerstein. Der Findling stammt aus der Kiesgrube Neuheim und ist ein Geschenk der Sand AG Neuheim (Kanton Zug).
Text aus: Stadt Zürich
21
Brunnen beim Reservior Waidberg
Waidbergweg
Der Findling des 1981 erstellten Brunnens beim Reservoir Waidberg besteht aus Kalknagelfluh. Der Bildhauer Armin Wanger (Atelier Mühlbach) aus Zürich verwendete hierzu den auf der nahegelegenen Baustelle des Reservoirs Käferberg gefundenen Findling. Die Metallbau-Schlosserei Hans Gautschi aus Zürich erstellte das Brunnenrohr in Baubronzeblech (geschweisst), inkl. Kupferrohr und Düse (brüniert). Der Bildhauer Armin Wanger (1920–2010) war der Sohn des bekannten Zürcher Jugendstilbildhauers Franz Wanger (1880 –1945). Dieser gestaltete viele Brunnen wie etwa das Denkmal «Schweizerpsalm» am Zürichhorn. Der 16 Tonnen schwere Findling aus der unteren Süsswassermolasse (Chattian) zeigt folgende Charakteristika: Gerölle aus Kalk und Dolomit, in geringerem Masse auch Verrucano, roten Radiolarit, Gangquarz und Flysch-Quarzit sowie kaum Kristallingerölle, bei rötlich gefärbtem «Zement». Der Findling stammt vermutlich vom Speer-Schuttfächer am Schäner Berg oberhalb Schänis und Ziegelbrücke am rechten Talrand der Linthebene. Der Nagelfluh entstand etwa vor 25 Millionen Jahren und wurde vom Linthgletscher vor 15 000 bis 30 000 Jahren während der Würmeiszeit zum Fundort transportiert.
Text aus: Stadt Zürich
22
Kranzbrunnen
Gsteigstrasse/Kranzweg
Dem Kranzbrunnen aus Kalkstein ist in den Brunnenakten der Wasserversorgung kein Erstellungsjahr zugeordnet. Da dieser Brunnen zusammen mit weiteren Höngger Privatbrunnen 1883 gemäss Akten zum öffentlichen Brunnen erklärt wurde, ist er jedoch älter. Der längliche, rechteckige Brunnentrog verfügt über einen Nebentrog. Die Anlage wurde 1989 mit einem neuen Unterbau (inkl. Installationen) versehen sowie von Bildhauer Josef von Wyl leicht renoviert.
Text aus: Stadt Zürich
23
Tränkbrunnen
Gsteigstrasse-Vogtsrain
Das Alter des Brunnens ist unbekannt. Die zwei Bauernhäuser beim Brunnenstandort mussten einem Neubau weichen. In jenem neben dem versetzten Brunnen lebten seit 1889 zwei alte Bewohnerinnen. Die Gebäude und Brunnen sind jedoch viel älter. Der Brunnen verfügt über einen grossen Tränktrog, an den noch in den 1940er Jahren Bauer Albert Müller seine Simmentaler Schecken führte. 1957 wurde der Brunnen an den jetzigen Standort zurückversetzt. Bildhauer H.J. Meyer aus Feldmeilen gestaltete den modernen Brunnenstud mit der Röhre aus Bronze. Die alten Tröge bestehen aus Kalkstein. Früher erhielt der Brunnen sein Wasser von der Quelle P am Vogtsrain. Heute ist er ans Trinkwassernetz angeschlossen.
Text aus: Stadt Zürich
24
Wandbrunnen
Limmattalstrasse 178 / Regensdorferstr.
1928 verfasste die Gemeinde Höngg das Brunnenprojekt. Der Trog besteht aus Kunststein (Kalksteinimitation) und ist mit dem Höngger Wappen bestückt. 1982/1983 stand zur Diskussion, den Brunnen anlässlich des Gebäudeneubaus von der Westseite zur Ostseite zu versetzen.
Text aus: Stadt Zürich
25
Alter Dorfbrunnen
Limmattalstrasse/Bauherrenstrasse
Der alte Dorfbrunnen aus Muschelkalkstein ist der älteste erhalten gebliebene Brunnen in Höng; erstellt 1784/1910. Der Haupttrog stammt aus dem Jahre 1784. Die ursprüngliche Brunnensäule hat wohl nur wenige Jahrzehnte gehalten und wurde mehrfach ersetzt. Die heutige Situation mit dem Trog längs der Gartenmauer entstand 1910. Die beiden kleinen Tröge wurden 1917 beigefügt. Die «barocke» Säule (Stud) entstand 1988, als Ersatz für einen nischenartigen Stud, während einer Sanierung der Brunnenanlage durch Bildhauer Reinhard Stutz aus Zürich. Der Stud ist keine Kopie einer früheren Säule, sondern hat einen aus der Entstehungszeit des Brunnens frei nachgebildeten Charakter. Gleichzeitig mit der Sanierung wurde eine neue Entwässerungsanlage (Brunnenüberlauf) gebaut. Bis 1998 wurde der ursprüngliche Quellwasserbrunnen mit Trinkwasser versorgt, anschliessend wurde er ans Quellwassernetz der Stadt Zürich angeschlossen.
Text aus: Stadt Zürich
26
Laufbrunnen (Wieslergassbrunnen)
Imbisbühlstrasse/Wieslergasse
Die drei alten Wieslergassbrunnen bilden eine Einheit. Den unteren behäbigen Dorfbrunnen (Laufbrunnen) aus Muschelkalk und Kalkstein liess 1883 die Gemeinde Höngg errichtet; die Säule muss aber älter sein. 1955 wurde der defekte Brunnenstud durch das Steinhauergeschäft Alfred Sauter AG repariert. Der Brunnen wurde 1961 im Zusammenhang mit dem Strassenbau entfernt und 1967 durch das Bildhauergeschäft O. Pedretti, 8049 Zürich, renoviert und anschliessend praktisch am gleichen Standort an der ausgebauten Imbisbühlstrasse wieder aufgestellt. Für die Wiedererrichtung dieses Brunnens hat sich die Ortsgeschichtliche Kommission Höngg des Verschönerungsvereins unter der Leitung ihres Obmanns, Herrn Dr. H. Grossmann, eingesetzt. Seit 1956 war der Brunnen aus Trinkwassernetz angeschlossen, vorher wurde er aus den Holbrig-Quellen gespiesen. Heute führt der Brunnen seit 1998 wieder Wasser aus dem Zürcher Quellwassernetz.
Text aus: Stadt Zürich
27
Mittlerer Wieslergassbrunnen
Wieslergasse/Singlistrasse
Der mittlere der drei Wieslergassbrunnen wurde bereits 1789 aus Mägenwiler Muschelkalkstein erstellt und erhielt sein Wasser aus den Holbrig-Quellen. Seit 1956 bestand ein Anschluss an das Trinkwassernetz. 1998 wurde der Brunnen ans Quellwassernetz umgehängt. 1980 wurde der Brunnen durch Bildhauer Josef von Wyl umfassend renoviert, so mussten am Stud neue Vierungen eingesetzt und am grossen Trog die Sockelpartie überarbeitet werden. Insbesondere war auch der neue Sudeltrog aus Mägenwiler Muschelkalk anzufertigen. 1994 wurde der Brunnenrand durch einen LKW-Fahrer beschädigt und anschliessend durch Bildhauer Wyl wieder instand gestellt.
Text aus: Stadt Zürich
28
Dorfbrunnen
Wieslergasse 36
Erstmals im Jahre 1576 ist in Höngg etwas nachzulesen über vier Brunnenmeister und einen Brunnenmacher. Der obere der drei Wieslergassbrunnen in der heutigen Ausführung aus Muschelkalkstein wurde aber erst 1840 erstellt. Der Chronik von Dr. H. Grossmann ist über das Brunnenwesen zu entnehmen: Für die drei Wieslergassbrunnen bestand seit 1800 eine eigene, rechtlich umschriebene Genossenschaft mit Wasserrechten auf den Häusern, während weitere Dorfbrunnen in Höngg öffentlichen Charakter hatten. 1883 wurde alle drei Wieslergassbrunnen zu öffentlichen Brunnen der Gemeinde Höngg erklärt. In den 1920er Jahren gingen die Brunnen an die Stadt über. Früher wurde das Wasser aus dem nahegelegenen Gebiet des Holbrig von den Quellen in Teucheln zur Wieslergasse geleitet. Im Jahre 1876 wurden erste eiserne Leitungen verlegt. Seit 1956 besteht ein Anschluss an das Trinkwassernetz. 1980 wurde der Brunnen, der ums Eck direkt an der Wieslergasse lag, an den heutigen Standort – ein Privatgrundstück – umplaziert. Gleichzeitig wurde er von Bildhauer Josef von Wyl umfassend renoviert. 1998 wurde der Brunnen ans Quellwassernetz umgehängt.
Text aus: Stadt Zürich
29
Brunnen zur Eingemeindung
Kappenbühlstrasse nach 60, ca. 70m vor Michelstrasse
Auf privates Ersuchen hin setzte sich 1982 der Gemeinderat Karl Federer für den Brunnen beim Sportplatz ein. 1984 wurde der durch den Adliswiler Bildhauer Piero Tedoldi erstellte Brunnen eingeweiht. Der Findling aus Sardinien-Granit wog ursprünglich 10,5 Tonnen und nach der Bearbeitung gerade noch 7,5 Tonnen. Weiter erinnert eine kleine Tafel an das 50-jährige Jubiläum der Eingemeindung.
Text aus: Stadt Zürich
30
Rütihofbrunnen
Hurdäckerstrasse/Geeringsteig
Die frühere Wasserversorgungsgenossenschaft Rütihof war für diesen Brunnen verantwortlich. Er wurde 1825 aus Kalkstein errichtet. Das Brunnenwasser floss bis 1989 aus einer eigenen Quelle (Brunnenstube), anschliessend wurde der Brunnen ans Trinkwassernetz angeschlossen. Der Grund für die Änderung lag darin, dass für die Quellfassung keine Schutzzone ausgeschieden werden konnte, denn für alle Grund- und Quellwasserfassungen, die im öffentlichen Interesse liegen, müssen zum Schutz des Wassers und zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung die gesetzlich erforderlichen Grundwasserschutzzonen bzw. -areale ausgeschieden werden.
Text aus: Stadt Zürich
31
Wasserspiel
Frankental
Der Trinkbrunnen in Form eines Granitquaders (Cresciano) und das Wasserspiel aus rostfreiem Stahl des Zürcher Künstlers Hans Hunold wurden 1987 errichtet. Die Wasserröhren des 6 Meter hohen Turms werden von einer Steigleitung pro Rechen gespiesen, welche sich im Innern des Zentralrohrs befindet. und deren Druck sich separat regulieren lässt. Das Wasser tritt bei der untersten Röhre jeweils vertikal, bei den anderen horizontal aus und gelangt auf vielfältige Weise im freien Fall oder indirekt – rieselnd, tropfend oder sprühend – auf die Wasseroberfläche. Die nach dem «Gesetz der Druckpyramide» unterschiedlichen Wasserstrahlradien erzielen durch ihre Überschneidungen eine ornamentale Wirkung
Text aus: Stadt Zürich
32
Brunnen Badeplatz
Werdinsel 1, 2
Der Trinkbrunnen beim Planschbecken Bad Au Werd ist ein Nagelfluh-Findling. Er stellt einen markanten Punkt beim Badeplatz dar. Er wurde 1988 von Bildhauer P. Sieber gestaltet und dann in Betrieb genommen.
Text aus: Stadt Zürich